Blackjack Strategien - Surrender Strategie

Die 'Surrender Strategie' - wann macht es Sinn aufzugeben und was sind die Vorteile

Blackjack spielen

Wenn Sie die optimale Blackjack-Strategie spielen, die Basisstrategie, sollten Sie sich als erstes die Frage stellen, ob es nicht vielleicht am sinnvollsten ist, Ihre Hand sofort aufzugeben. Im Englischen spricht man dabei von Surrender, und im folgenden Artikel werden wir diesen Begriff benutzen. Es ist ein sehr verbreiteter Fehler unter Spielern, diese Option viel zu selten oder überhaupt nicht zu beachten. Natürlich muss man dafür auch ein gewisses Verständnis mitbringen. Schließlich gibt niemand gerne sein Blatt ohne Kampf so einfach auf. Es bedeutet einen sicheren Verlust. Und am liebsten möchte man ja jede Runde gewinnen. Aber ist es überhaupt sinnvoll, um jedes Blatt zu kämpfen?

Leider ist das nicht so. Das Ziel der Basisstrategie ist, die wahrscheinlich gewinnbringenden Spiele zu spielen und unnötige Verluste von vornherein zu vermeiden beziehungsweise zu begrenzen. Die Gewinnquote soll steigen, die Verlustquote soll abgebaut werden. Wenn die Surrender-Funktion korrekt angewendet wird, sind Sie in der Lage, Ihre Verluste zu minimieren. Auf lange Sicht profitieren Sie davon.

Im folgenden Artikel werden wir detailliert auf die Surrender-Strategie eingehen. Wir erklären Ihnen, wie sie erfolgreich am Tisch genutzt wird. Wir werfen einen Blick auf die Zahlenakrobatik dahinter und zeigen Ihnen, wie Sie bei richtiger Nutzung den Hausvorteil damit deutlich verringern können.

Wie Surrender benutzt wird

Zunächst machen wir darauf aufmerksam, dass Surrender nicht bei jeder Blackjack-Variante verfügbar ist. Sollte es diese Möglichkeit aber geben, müssen Sie sich damit gleich zu Anfang auseinander setzen. Wenn Sie Surrender verwenden, geben Sie Ihre Hand auf und erhalten im Gegenzug die Hälfte Ihres Einsatzes zurück. Das bedeutet, Sie verlieren das Blatt automatisch, minimieren aber dafür den Verlust und das Spiel ist damit für Sie abgeschlossen.

Es gibt zwei verschiedene Surrender-Typen, auf die Sie stoßen können. Die Rede ist von Late und Early Surrender. Auf Late Surrender werden Sie allerdings nur äußerst selten treffen. Sollte ein Tisch diesen Typ anbieten, können Sie Ihre Hand nicht aufgeben, wenn der Dealer einen Blackjack hat. Sollte die erste Karte des Dealers eine 10 oder ein Ass sein, wird er sich immer die zweite Karte anschauen. Wenn er mit beiden Karten einen Blackjack erzielt, können Sie die Surrender-Funktion in diesem Fall nicht nutzen.

Early Surrender ist der gängige Typ, den Sie an den meisten Blackjack-Tischen antreffen werden. Hier ist es immer möglich, seine Hand aufzugeben, unabhängig davon, welche Karte der Dealer zeigt. Allerdings müssen Sie sich sofort für die Surrender-Option entscheiden. Sobald Sie irgendwas anderes getan, also zum Beispiel eine weitere Karte genommen haben, verfällt die Option.

Die folgenden Tabellen sind nicht jedermanns Sache. Man kann sie auch nicht auswendig lernen. Sie sollten sich dadurch nicht verwirren lassen. Aber Sie sollten immer im Hinterkopf behalten, dass Surrender immer eine ernsthafte Option ist, sobald die Gewinnchance Ihres Blattes unter 25 % liegt. Es wird einige Zeit dauern, aber dann werden Sie Ihrem Blatt sofort ansehen können, ob Sie damit einen Gewinn erzielen können oder ob nichts mehr zu retten ist. Diese Tabellen dienen daher eher der Illustration, in wie viel mehr Fällen als gedacht eine frühzeitige Aufgabe aussichtsloser Blätter den Verlust des Spieleinsatzes halbieren kann.

Darüber hinaus möchten wir hier noch einmal darauf hinweisen, dass es im Internet eine umfangreiche Literatur zu allen Spielen der Online-Casinos gibt. Es gibt nicht nur Einzelartikel zu allen Detailfragen, es gibt auch wertvolle Ratgeber und lexikonartig angelegte Darstellungen aller Regeln, Strategien und weitergehenden Tipps zu den unterschiedlichen Spielen. Es gibt beispielsweise auch filmische Darstellungen auf Youtube und es gibt ganze Lehrgänge auf CD inkl. DVD für kleines Geld zu kaufen. Wer sich also intensiv in die Materie einarbeiten möchte, dem sind keine Grenzen gesetzt. Betrachten Sie also, lieber Leser und interessierter Spieler, unsere Anmerkungen einfach als einen nett gemeinten Fingerzeig. Nehmen Sie Ihr Hobby ernst und betreiben Sie es mit Begeisterung so, dass Sie erfolgreich damit sind und Freude daran haben.

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Wann es rechnerisch sinnvoll ist, Surrender zu verwenden, hängt auch davon ab, ob Late oder Early Surrender am Tisch angeboten wird. Die Anzahl an verwendeten Kartenstapeln und weitere andere Tischregeln sind ebenfalls wichtig. Alles kann bei einer engen Entscheidung den Ausschlag in die eine oder andere Richtung geben. Beim Late Surrender ist es möglich, mit der Basisstrategie den Hausvorteil um 0,07 % zu verringern, wenn Sie optimal spielen.

In der folgenden Tabelle sehen Sie, wann es rechnerisch geboten ist, die Surrender-Option zu benutzen, sofern Late Surrender die Tischregel ist. Late Surrender (spätes Aussteigen) ist nur möglich, wenn der Dealer überprüft hat, ob er nicht einen Blackjack auf der Hand hält. Wenn nur ein Kartenstapel verwendet wird und die Tischregel dem Dealer vorschreibt, auch bei einer weichen 17 (17s) eine weitere Karte zu nehmen, werden Sie zum Beispiel feststellen, dass es eigentlich nur bei einem eigenen Handwert von 16 empfehlenswert ist, seine Hand aufzugeben. Aber auch nur dann, wenn der Dealer selbst eine 10 oder Ass als offene Karte hat.

Bitte beachten Sie auch, dass beispielsweise das Paar 8 – 8 nicht als 16 gilt, sondern separat als 8 – 8 gelistet ist, wenn Sie das Paar aufgeben möchten. Das ist bei zwei Kartenstapeln der Fall, wenn zudem der Dealer bei 17 keine Karte nehmen darf (H17) und keine Verdoppelung nach Teilung (KVNT) der Hand möglich ist. Wie Sie sehen können, ist das außerdem das einzige Mal, wenn die Regelung zum Verdoppeln nach Teilung einen Einfluss auf unsere Entscheidung hat und uns dazu bringt, unsere Hand aufzugeben.

Basisstrategie für Late Surrender
       
Anzahl an Kartenstapeln Tischregel Ihre Starthand Erste Karte vom Dealer
1 17s 16 10 oder A
1 17s 7 – 7 10
1 H17 15 A
1 H17 16 oder 7 – 7 10 oder A
2 17s 15 10
2 17s 16 10 oder A
2 H17 15 oder 16 10 oder A
2 H17 17 A
2 H17, KVNT 8 – 8 A
4/6/8 17s 15 10
4/6/8 17s 16 9, 10 oder A
4/6/8 H17 15 10 oder A
4/6/8 H17 16 9, 10 oder A
4/6/8 H17 17 A
4/6/8 H17 8 – 8 A
KVNT = Nur wenn Verdoppelung nach Teilung nicht erlaubt ist
17s = Dealer muss bei weicher 17 eine Karte nehmen
H17 = Dealer bleibt auf jeder 17 stehen

Early Surrender (frühes Aussteigen) ist nur möglich, bevor der Dealer überprüft, ob er einen Blackjack auf der Hand hält. Wenn Early Surrender angeboten wird, ist das für den Spieler die weitaus bessere Regelung. Das setzt die Spieler instand, mit einer geschickt gespielten Basisstrategie den Hausvorteil um 0,63 % zu reduzieren. Im Durchschnitt ist es bei weitaus mehr Händen sinnvoll, die Surrender Funktion zu  benutzen, als es tatsächlich geschieht. Um Ihnen die richtige Entscheidung zu vereinfachen, haben wir die obige Tabelle geändert und daraus die folgende Tabelle für Early Surrender entwickelt. Sie sieht daher ein wenig anders aus.

Wir hoffen, Sie können dadurch schneller erkennen, wann es rechnerisch gesehen richtig ist, Ihre Hand aufzugeben, und wann nicht. Ein grünes Feld bedeutet: Sie sollten Ihre Hand unabhängig von den Tischregeln aufgeben. Ein gelbes Feld bedeutet, dass Sie nur dann aufgeben sollten, wenn die 17s-Regel am Tisch gilt (Dealer muss bei weicher 17 eine Karte nehmen). KVNT steht für “keine Verdoppelung nach Teilung”. Das bedeutet, Surrender ist nur dann die richtige Wahl, wenn es nicht möglich ist, nach einer Teilung die Hand zu verdoppeln.

Wenn Ihre Starthand beispielsweise einen Wert von 5 hat, ist es rechnerisch korrekt, Ihre Hand aufzugeben, vorausgesetzt, der Dealer hat ein Ass – und unabhängig von der Anzahl der verwendeten Kartenstapel. Sollten Sie 8 – 8 als Starthand haben und mit zwei Kartenstapeln gespielt werden, ist es nur dann richtig, seine Hand aufzugeben, wenn der Dealer ein Ass hat, bei weicher 17 (17s) eine Karte nehmen muss und es nicht gestattet ist, nach Teilung der Hand diese zu verdoppeln.

Basisstrategie beim Early Surrender
             
Ihre Starthand 1 Stapel 2 Stapel 4/6/8 Stapel
  10 A 10 A 9 10 A
4   S   S     S
5   S   S     S
6   S   S     S
7   S   S     S
12 oder 6 – 6   S   S     S
13   S   S     S
14 oder 7 – 7 S S S S   S S
15 S S S S   S S
8 – 8       S, KVNT   S S
16 (nicht 8 – 8) S S S S S S S
17   S   S     S
S = Surrender (egal ob S17 oder H17)
S = Surrender nur dann, wenn der Dealer bei soft 17 eine Karte nehmen muss (S17 Regel)
KVNT = Nur wenn Verdoppelung nach Teilung nicht erlaubt ist

Fazit

Die Surrender-Funktion richtig einzusetzen, ist nicht der größte Vorteil der Basisstrategie. Aber sie ist trotzdem ein hilfreicher Weg, um den Hausvorteil zu verringern, indem man absehbare Verluste frühzeitig vermeidet. Auf lange Sicht zahlt sich die optimale Surrender-Strategie definitiv aus. Das ganze Zahlenwerk dahinter kann man auch ganz einfach ausdrücken: Wenn eine Hand statistisch gesehen eine weniger als 25%ige Gewinnchance hat, wie das für alle angegebenen Hände in der Tabelle oben der Fall ist, dann sollten Sie ohne langes Nachdenken aufgeben und die Surrender-Funktion verwenden. Immerhin erhalten Sie dabei noch die Hälfte Ihres Einsatzes zurück.

Nicht alle Blackjack-Varianten bieten diese Funktion an. Wenn Sie es tun, werden Sie so gut wie immer auf Early Surrender stoßen. Das ist gut für die Spieler. Sie können den Hausvorteil besser verkürzen und ihn um 0,63 % drücken. Dabei ist der geringere Hausvorteil nicht der einzige Vorteil der Surrender-Funktion. Sie verringern auch die Schwankungen in Ihrem Spiel. Die geringere Varianz sorgt für ein ausgeglichenes Spielkonto. Eine Pechsträhne mit vielen schlechten Ausgangspositionen schlägt mit schwächeren Verlusten zu Buche, während eine Glückssträhne weiterhin die gleichen Gewinne abwirft. Mit anderen Worten: Wenn Sie die Surrender-Funktion überlegt und konsequent einsetzen, können Sie viele unnötige Verluste vermeiden.