Blackjack Strategien - Verdoppeln

Wann macht es Sinn den Einsatz zu verdoppeln und wann sollte man lieber darauf verzichten

Blackjack spielen

Wenn Sie die Basisstrategie und damit die optimale Blackjack-Strategie spielen, kommt dem genau kalkulierten Verdoppeln der Hand eine wichtige Rolle zu. Richtig verwendet können wir damit den Vorteil des Casinos um durchschnittlich 1,43 % senken. Üblicherweise konzentrieren sich Spieler nur darauf, ihre besten Starthände zu verdoppeln. Dagegen ist grundsätzlich auch nichts einzuwenden. Es gibt allerdings bestimmte Szenarien, in denen Sie diese Taktik viel Geld kosten kann. Nicht, dass Sie das Geld verlieren würden – aber Sie verpassen es, das Geld zu gewinnen. Wer nur mit ausgezeichneten Karten spielen kann, der verpasst die Chance, langfristig auch mit mittelmäßigen Karten erfolgreich zu sein. Doch darin liegt die eigentliche Kunst.

Im folgenden Artikel erklären wir Ihnen alles über die richtige Strategie beim Verdoppeln. Wir demonstrieren Ihnen, wie diese Funktion am Tisch genutzt wird, erklären Ihnen die Wahrscheinlichkeits-Rechnungen dazu und sagen Ihnen exakt, in welchen Situationen Sie verdoppeln müssen. Das müssen Sie dann im Spiel nur noch beherzigen.

Wir werden wieder viel statistisches Material anbieten. Lassen Sie sich davon nicht abschrecken. Merken können Sie sich alle diese Daten sowieso nicht, also versuchen Sie es erst gar nicht. Nehmen Sie es zuerst als Illustration für das, was unter „Die Mathematik hinter dem Verdoppeln“ gesagt wird, und vergleichen Sie später Ihre Spielerfahrungen mit den Statistiken. Dann geht Ihnen mit der Zeit von ganz alleine auf, wie die Sache funktionieren muss. Nichts ist hinderlicher als die Überzeugung, nach der Lektüre des Artikels wären Sie schon ein Blackjack-Profi. Nur sehr viel Übung macht bekanntlich den Meister

So funktioniert das Verdoppeln

Wenn Sie mit der Basisstrategie Ihr Spiel optimieren möchten, dann ist die Frage nach dem Verdoppeln nicht die erste Frage, die auf Sie zukommt. Die ersten beiden Fragen, die Sie sich selbst stellen sollten, beziehen sich – wie wir in den vorherigen Kapiteln bereits erläutert haben – auf die Surrender-Funktion und darauf, ob und wann es sinnvoll ist, eine Hand zu teilen. Wenn Sie Ihre Hand weder aufgeben noch teilen wollen oder können, müssen Sie sich fragen, ob es sinnvoll ist, zu verdoppeln.

Die Option „Verdoppeln“ ist nicht bei jeder Starthand verfügbar, wobei die Regeln dafür von Tisch zu Tisch unterschiedlich sein können. Wenn Sie die Basisstrategie spielen, ist es sinnvoll, einen Tisch aufzusuchen, an dem Sie zu Beginn einer Spielrunde alle Hände verdoppeln können. Üblich ist die Verdopplung der Starthand oder nach der Teilung eines Paars. Sehr selten ist diese Funktion auch nach dem Ziehen einer Karte verfügbar. Aber es gibt hin und wieder Tische, an denen auch diese Variante gespielt wird, und vielleichtfinden Sie ja einen dieser Tische im Casino.

Wenn Sie die Funktion „Verdoppeln“ nutzen, müssen Sie einen zweiten Einsatz platzieren und erhalten eine zusätzliche Karte. Sollten Sie zum Beispiel € 1,- gesetzt haben und nun verdoppeln, müssen Sie erneut € 1,- setzen. Ihr Gesamteinsatz beträgt nun € 2,-. Sie erhalten im Gegenzug eine weitere Karte. „Verdoppelt“ werden also eigentlich weder die Karten noch die Punkte, sondern der Einsatz und damit Ihre Gewinn- beziehungsweise Ihre Verlustchance.

Wann sollten Sie verdoppeln

Ob es sinnvoll ist, zu verdoppeln oder nicht, hängt nicht nur von Ihrer eigenen Starthand ab, sondern auch davon, welche Karte der Dealer gezogen hat, wie viele Kartenstapel benutzt werden und welche Tischregeln gelten. Sie werden bemerken, dass bei vielen Konstellationen ein Verdoppeln immer sinnvoll ist, unabhängig davon, wie viele Kartenstapel eingesetzt werden und welche Tischregeln gelten. Allerdings gibt es auch hier einige Ausnahmen, und über die sollten Sie Bescheid wissen.

In den nachfolgenden Tabellen können Sie leicht ausmachen, wann Sie eine bestimmte Hand verdoppeln sollten – abhängig von der Karte des Dealers, den verwendeten Kartenstapeln und den Tischregeln. In der Spalte ganz links sehen Sie Ihre eigene Hand. In den anderen Spalten sehen Sie die Startkarte des Dealers. Immer wenn es sich rechnet, seine Hand in einer bestimmten Konstellation zu verdoppeln, finden Sie den Buchstaben ‘V’ (Verdoppeln) in dem Feld.

„17s“ bedeutet: Der Dealer muss auch bei jeder weichen 17 eine Karte nehmen. „H17“ bedeutet: Der Dealer bleibt auf jeder 17 stehen. Ob Sie nach einer Teilung der Hand verdoppeln dürfen oder nicht, spielt mit einer Ausnahme keine Rolle für Ihre Entscheidung. Lediglich bei 4 – 4 und wenn nur ein Kartenstapel verwendet wird, ist es besser, seine Hand nur dann zu verdoppeln, wenn Sie nach dem Teilen nicht verdoppeln dürfen. Sonst sollten Sie die Hand teilen.

Kartenstapel: 1
Tischregeln: S17 & H17

  Karte vom Dealer
Ihre Starthand 2 3 4 5 6 7 8 9 10 A
9     V V          
10 V V V V V V V V    
11 V V V V V V V V V V
A – 2     V V V          
A – 3     V V V          
A – 4     V V V          
A – 5     V V V          
A – 6 V V V V V          
A – 7   V V V V          
A – 8         V          
4 – 4       V (*) V (*)          
5 – 5 V V V V V V V V    
V = Verdoppeln
(*) = Nur wenn nach dem Teilen der Hand keine Verdoppelung erlaubt ist

Kartenstapel: 2
Tischregeln: S17

  Karte vom Dealer
Ihre Starthand 2 3 4 5 6 7 8 9 10 A
9 V V V V V          
10 V V V V V V V V    
11 V V V V V V V V V V
A – 2       V V          
A – 3     V V V          
A – 4     V V V          
A – 5     V V V          
A – 6   V V V V          
A – 7   V V V V          
5 – 5 V V V V V V V V    
V = Verdoppeln

Kartenstapel: 2
Tischregeln: H17

  Karte vom Dealer
Ihre Starthand 2 3 4 5 6 7 8 9 10 A
9 V V V V V          
10 V V V V V V V V    
11 V V V V V V V V V V
A – 2       V V          
A – 3     V V V          
A – 4     V V V          
A – 5     V V V          
A – 6   V V V V          
A – 7 V V V V V          
A – 8         V          
5 – 5 V V V V V V V V    
V = Verdoppeln

Kartenstapel: 4/6/8
Tischregeln: S17

  Karte vom Dealer
Ihre Starthand 2 3 4 5 6 7 8 9 10 A
9   V V V V          
10 V V V V V V V V    
11 V V V V V V V V V  
A – 2       V V          
A – 3       V V          
A – 4     V V V          
A – 5     V V V          
A – 6   V V V V          
A – 7   V V V V          
5 – 5 V V V V V V V V    
V = Verdoppeln

Kartenstapel: 4/6/8
Tischregeln: H17

  Karte vom Dealer
Ihre Starthand 2 3 4 5 6 7 8 9 10 A
9   V V V V          
10 V V V V V V V V    
11 V V V V V V V V V V
A – 2       V V          
A – 3       V V          
A – 4     V V V          
A – 5     V V V          
A – 6   V V V V          
A – 7 V V V V V          
A – 8         V          
5 – 5 V V V V V V V V    
V = Verdoppeln

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Die Mathematik hinter dem Verdoppeln

Eine Hand zu verdoppeln, kann sehr vorteilhaft sein. Wenn man die Option sorgfältig kalkuliert, wird der Hausvorteil um durchschnittlich 1,43 % gesenkt. Ihre Hand zu verdoppeln, ist nicht nur bei einer vorteilhaften Starthand sinnvoll, sondern ebenfalls bei einer schwachen Startkarte des Dealers, zum Beispiel bei einer 5 oder 6.

Erstaunlicherweise verringern Sie mit dieser Option Ihre Chance darauf, eine Hand zu gewinnen, weil Sie lediglich eine weitere Karte erhalten. Trotzdem werden Sie, wenn Sie das Verdoppeln gekonnt handhaben, auf lang Sicht mehr Gewinn erzielen, weil Sie ja um den doppelten Einsatz spielen. Schauen wir uns gemeinsam ein Beispiel an, um das zu verdeutlichen:

Wenn Sie die Hand 6 – 3 erhalten haben und der Dealer eine 5 zeigt, werden Sie im Schnitt in 59 % aller Fälle die Hand für sich entscheiden und nur in 41 % den Kürzeren ziehen. Angenommen, Sie spielen diese Hand 100 Mal mit einem Einsatz von € 1,-, dann werden Sie auf lange Sicht einen Gewinn von € 18,- erzielen. 59 Spiele gewinnen Sie und 41 verlieren Sie (€ 59,- – € 41,-).

Angenommen, Sie verdoppeln Ihre Hand, dann würden Sie Ihre Gewinnchance damit auf 57 % reduzieren. Ihr Einsatz wird dabei allerdings verdoppelt. Sie setzen nun insgesamt € 2,-. Im Schnitt wäre Ihr Gewinn – auf 100 Spiele gesehen – um € 10,- höher. Sie würden € 114,- gewinnen (€ 2,- Einsatz * 57) und € 86,- verlieren (€ 2,- Einsatz * 43). Daraus ergibt sich im Durchschnitt ein Gewinn von € 28,- (€ 114,- – € 86,-). Das sind tatsächlich € 10,- mehr als ohne Verdoppelung. Wenn Sie Ihre Hand nicht verdoppeln, machen Sie im gleichen Zeitraum nur € 18,- Gewinn.

Fazit

Wenn wir am Tisch sitzen und die ideale Blackjack-Strategie spielen wollen, ist es in vielen Fällen richtig, defensiv zu handeln und gegebenenfalls sogar eine Hand sofort mit der Surrender-Funktion aufzugeben. Dank der Verdoppelung können wir trotzdem hin und wieder auch in die Offensive gehen. Es kann von Vorteil sein, eine gute Starthand zu verdoppeln. Es kann allerdings auch von Vorteil sein, eine schwache Startkarte des Dealers zu unseren Gunsten auszunutzen.

Wenn Sie die Option richtig kalkulieren und der Basisstrategie entsprechend spielen, werden Sie auf lange Sicht mehr Gewinn machen. Es gehört allerdings viel Erfahrung dazu, das richtige Gespür dafür zu entwickeln. Denn: Natürlich können Sie während des Spiels nicht ständig in Ihren Tabellen nachschauen. Aber das wird schon mit der Zeit.
In unserem Beispiel konnten Sie feststellen, dass Sie durch das Verdoppeln eigentlich die Gewinnchancen einer Hand drücken. Da Ihre Gewinnquote aber beide Male über 50 % liegt (59 %: 57 %), kommt hier der verdoppelte Einsatz positiv zur Geltung. Der doppelte Einsatz führt unterm Strich zu einem höheren Gewinn. Aus diesem Grund kann eine Verdoppelung im falschen Moment auch fatale Folgen haben. Mit dem Wissen aus diesem Artikel sind Sie auf solche Fälle allerdings bestens vorbereitet.