Martingale Strategie

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Die Geschichte von Martingale

Von den verschiedenen Roulette-Strategien ist die Martingale mit Abstand die bekannteste. Das liegt vor allem an der einfachen Handhabung und daran, dass sie theoretisch perfekt funktioniert und Gewinne abwirft. Allerdings nur in der Theorie, am Roulette-Tisch gibt es leider Limitierungen, die dem Spieler einen Strich durch die Rechnung machen können. Im unserem Artikel werden wir detailliert auf die Vorteile der Martingale und auf diese Limitierungen eingehen. Wir erklären Ihnen, wie die Strategie funktioniert. Doch bevor wir das tun, lassen Sie uns gemeinsam einen Blick in die Vergangenheit werfen und den Ursprüngen dieser Strategie auf den Grund gehen.

Die Martingale Strategie ist eine sehr alte Strategie, die nicht nur beim Roulette zum Einsatz kommt. Die Geschichte reicht zurück bis ins 18. Jahrhundert. Damals wurde die Martingale bereits bei einem der einfachsten Spiele aller Zeiten angewendet – dem Münzwurf, Kopf oder Zahl.

Obwohl es niemand mit hundertprozentiger Sicherheit sagen kann, erhielt die Strategie ihren Namen vermutlich von einem Casinobesitzer aus London mit dem Namen John Henry Martindale. Dieser Mann war sich sicher, dass das Casino immer einen Vorteil gegenüber dem Spieler hat und auf lange Sicht stets gewinnt. Er ermutigte deshalb Besucher seines Casinos, ihre Einsätze beim Roulette nach einem Verlust immer zu verdoppeln, um ihre Gewinne zurückzuerhalten.

Hätte Mr. Martindale Ende des 19. Jahrhunderts Charles Wells kennengelernt und dazu ermutigt, so zu spielen, hätte er seine Meinung womöglich geändert. Charles wurde dank der Martingale- Strategie unglaublich reich! Innerhalb von 3 Tagen machte er in einem Casino in Monte Carlo aus 400 Franc eine ganze Million.

So funktioniert Martingale

Martingale ist eine sehr einfach gehaltene Roulette-Strategie. Alles was Sie tun müssen, ist, Ihren Einsatz bei einem Verlust immer zu verdoppeln. Sobald Sie gewinnen, starten Sie wieder mit Ihrem Ersteinsatz. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass Sie nur auf Einfache Chancen setzen dürfen, die Ihren Einsatz bei einem Gewinn verdoppeln, zum Beispiel Gerade/Ungerade oder Rot/Schwarz. Wir möchten Ihnen das anhand eines Beispiels verdeutlichen:

Sie entscheiden sich dazu, mit CHF 1.- Einsatz zu beginnen und setzen auf die Farbe Rot. Die Kugel landet tatsächlich auf Rot und Sie gewinnen CHF 1.-. Da Sie gewonnen haben, beginnt eine neue Runde. Das bedeutet, Ihr Einsatz bleibt unverändert, Sie setzen wieder CHF 1.-. Beim nächsten Mal verlieren Sie Ihre Wette. Bei einem Verlust muss der Einsatz verdoppelt werden. Sie setzen also CHF 2.- und verlieren erneut. Ihr nächster Einsatz beträgt jetzt CHF 4.-. Endlich haben Sie wieder das nötige Quäntchen Glück auf Ihrer Seite und gewinnen CHF 8.-. Daraufhin reduzieren Sie Ihren nächsten Einsatz wieder auf CHF 1.-, Ihren ursprünglichen Einsatz, und eine neue Runde beginnt.

Durch die Verdoppelung Ihres Einsatzes nach einem Verlust werden Sie bei jedem Gewinn unterm Strich immer einen Gewinn in Höhe Ihres ursprünglichen Einsatzes als Reingewinn, also abzüglich der verlorenen Einsätze, verbuchen. In unserem Beispiel haben Sie CHF 1.- + CHF 2.- gesetzt und verloren. Ihr dritter Einsatz betrug CHF 4.- und Sie gewannen damit CHF 8.-. Wenn wir Ihren Gesamteinsatz nun zusammenrechnen und mit Ihrem Gewinn vergleichen, werden Sie sehen, dass Sie insgesamt CHF 7.- gesetzt (CHF 1.- + CHF 2.- + CHF 4.-) und CHF 8.- gewonnen haben.

Runde Einsatz Gewinn Verlust Saldo
1 CHF 1.- X CHF 1.-
2 CHF 2.- X CHF 3.-
3 CHF 4.- X CHF 1.-

 

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Vor und Nachteile

Der offensichtliche Vorteil der Martingale-Strategie ist es, am Ende immer seinen ursprünglichen Einsatz als Gewinn zu erhalten. Alles, was Sie dafür tun müssen, ist, Ihren Einsatz nach jedem Verlust zu verdoppeln, bis Sie mit einer Wette wieder richtig liegen. Wenn Sie stets verdoppeln, kann Ihr Einsatz allerdings sehr schnell sehr gross werden. Sie könnten einen Punkt erreichen, an dem Sie sich den nächsten Einsatz schlicht und einfach nicht mehr leisten können oder der Einsatz das Tischlimit überschreitet. Unsere Tabelle verdeutlicht, wie schnell sich immense Summen anhäufen können, selbst wenn Sie nur mit CHF 1.- starten:

Runde Einsatz Runde Einsatz
1 CHF 1.- 8 CHF 128.-
2 CHF 2.- 9 CHF 256.-
3 CHF 4.- 10 CHF 512.-
4 CHF 8.- 11 CHF 1ˈ024.-
5 CHF 16.- 12 CHF 2ˈ048.-
6 CHF 32.- 13 CHF 4ˈ096.-
7 CHF 64.- 14 CHF 8ˈ192.-

Nach neun erfolglosen Runden in Folge müssten Sie bereits CHF 512.- setzen, um mit der nächsten Runde im Endergebnis Ihren ursprünglichen Einsatz von CHF 1.- als Gewinn zu erhalten. Nun fragen Sie sich vielleicht, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, neunmal in Folge daneben zu liegen? Es passiert statistisch gesehen etwa 1 Mal bei 1000 Versuchen und ist daher relativ unwahrscheinlich. Aber doch wieder nicht so unwahrscheinlich, dass es Ihnen nicht passieren könnte. Es wird passieren und dann ist der Verlust gross – und Sie brauchen jetzt schon CHF 1ˈ024.- nur für für den nächsten Versuch, diesen einen Euro zu retten!

Sollte ich Martingale verwenden?

Ob Martingale für Sie in Frage kommt oder nicht, hängt von Ihrem Kontostand und Ihrer Risikobereitschaft ab. Sie sollten sich auch fragen, was Ihr Ziel beim Roulettespiel ist. Lassen Sie uns gemeinsam einen Blick auf Ihre Gewinnchancen mit und ohne Martingale werfen:

Angenommen Sie spielen 30 Runden und setzen immer CHF 1.- auf Rot, egal ob Sie verlieren oder gewinnen. Nach der Statistik werden Sie dabei in 46% der Fälle gewinnen. Sollten Sie Martingale spielen, haben Sie hingegen eine 82%ige Chance, nach 30 Spielrunden einen Gewinn zu erzielen. Sie würden nicht nur öfter gewinnen, Ihr Gewinn wäre mit Martingale auch im Schnitt fünf Mal höher. Das klingt im ersten Moment fantastisch. Doch Vorsicht, diese Zahlen sind Statistik und geben den Durchschnitt aus hunderten und tausenden von Spielen wieder. Eine einzige verlustreiche Sitzung ist im Schnitt 30 Mal so schmerzhaft mit wie ohne Martingale und daher mit grossen Verlusten verbunden. Und denken beim Verdoppeln daran, dass Spielbanken Höchsteinsätze vorgeben.

Wenn Sie der Meinung sind, dass gelegentlich grosse Verluste im Austausch für viele erfolgreiche Sitzungen zu verschmerzen sind, dann ist Martingale eine spannende Strategie für Sie. Voraussetzung ist ein ausreichendes finanzielles Polster, um eine ausgedehnte Pechsträhne durchstehen zu können. Und seien Sie auch darauf gefasst, einmal all Ihr Geld zu verlieren. Je mehr Geld Sie zur Verfügung haben, umso grösser sind Ihre Chancen, mit dieser Strategie zu gewinnen. Allerdings können auch Ihre Verluste bei anhaltendem Pech sehr gross werden.

Fazit

Martingale funktioniert theoretisch tadellos, allerdings zeigen Ihr eigener Kontostand und etwaige Tischlimits dem Konzept Grenzen auf. Mit einem grossen Budget könnten Sie tatsächlich die meisten Spielsitzungen erfolgreich beenden und einen Gewinn mitnehmen. Die Einsätze werden jedoch ziemlich schnell sehr gross, wenn Sie verlieren. Sie riskieren letzten Endes nach einigen verlustreichen Runden viel Geld für einen verhältnismässig kleinen, sogar winzigen Gewinn. Und es ist nicht zu vermeiden, dass Sie früher oder später einmal so viele Runden in Folge nicht gewinnen, dass Ihr Geld vollständig aufgebraucht wird.

Die Strategie birgt also grosse Risiken. Am besten ist sie für Spieler geeignet, die Ihre Gewinnchancen einmal in einer einzigen Spielsitzung ausreizen wollen und bereit sind, für dieses Erlebnis auch einen Totalverlust Ihres Wettbudgets hinzunehmen.